Jahresausstellung des Atelierhauses Schulstrasse 2017:

 

Für eine Großansicht bitte auf die jeweilige Abbildung klicken.

 

 

Goldwachteln
2017
55 x 44 cm
Ölfarbe auf Leinwand

Ockerstein aus Andalusien und die Farbe die entsteht, wenn man ihn zu Pigment verarbeitet.
Das Gestein habe ich vor 25 Jahren mal aus Spanien mitgebracht und dieser Tage im
Keller in einer Kiste wieder entdeckt. Ziemlich viel Arbeit, so einen Brocken in
Pigment zu verwandeln, aber es lohnt sich.

 

 

Nacht der Museen in Münster, Samstag,  02. September

Eine Kabinettsausstellung im Kasten mit mindestens 19 künstlerischen Proben und Positionen aus der Schulstraße.

17 Künstlerinnen und Künstler der Ateliergemeinschaft Schulstraße zeigen zum Schauraum 2017 neue Bilder, Performances und Objekte aus ihren aktuellen Produktionen auf allerengstem Raum.

Ebenso mit an Bord ist der BERLINER KUNSTVEREIN mit einer Ausstellung von Elisa Ehresmann

Ab 16 Uhr geöffnet.

Einladung auf Facebook:

https://www.facebook.com/events/127090747917091/
Wer am Samstag in Sachen Kunst in Münster unterwegs ist, dem sei noch die Gruppenausstellung WENDY in der Ausstellungshalle Hawerkamp empfohlen, dort gibt es eine großformatige Arbeit von mir zu sehen:

 

 

1. Schmincke Mussini, Jaune brillant
2. Schmincke Norma, Kadmiumgelb mix
3. Schmincke Mussini, Uralgelbgrün
4. Schmincke Norma, Brillantgelb
5. Schmincke Mussini, Gelbgrün
6. Schmincke Norma, Neapelgelb hell
7. Schmincke Norma, Zitronengelb

Rottöne, von oben nach unten:

1.Kremer Pigmente, Venetianischrot
2.Schmincke Norma, Kadmiumrot, mix
3.Schmincke Norma, Zinnoberrotton
4.Schmincke Norma, Zinnoberrot hell
5.Schmincke Norma, Kadmiumorange
6.Schmincke Norma, Kadmiumgelb dunkel
7.Schmincke Norma, Rubinrot

 

Von oben nach unten:

1. Schmincke Norma, Indigo
2. Schmincke Norma, Kobaltblau, dunkel
3. Schmincke Norma, Kobaltblauton
4. Schmincke Norma, Ultramarinblau hell
5. Old holland, Scheveningenblau
6. Schmincke Norma, Coelinblau
7. Mussini, Königsblau hell

 

Skulptur Projekte Münster – 5

Ich liege am Ufer des Kanals in der Sonne und wärme mich auf,
wie jeden Tag, nachdem ich meine Marathonstrecke geschwommen bin.
Auf der anderen Kanalseite befindet sich eine Art Industriebrache,
oder eine verlassene Baustelle: Verrostete Kräne, Schutthaufen,
Steinhaufen, Metallplanken und so weiter. Irgendwann fällt mir auf,
dass gehäuft Leute mit einem Stadtplan in der Hand über die Baustelle kraxeln.
Der leichte Ostwind weht verzweifelt klingende englische Sprachfetzen
zu mir herüber. Das Ganze stinkt nach den Skulptur Projekten.
Vielleicht, kommt mir die Idee, hat der Künstler einfach die Baustelle zur Skulptur
erklärt, und von dem ihm zu Verfügung gestellten Etat macht er gerade
einen Luxusurlaub auf den Seychellen? Auf dem Rückweg entdecke ich neben
der Baustelle ein betoniertes Etwas, das offensichtlich schon öfter
von den Schwimmgästen zum Luxusgrill umfunktioniert wurde.
Offensichtlich ist das die Skulptur.
Am Abend dann die Auflösung: Bei einer krossen Bratwurst auf der
Dachterrasse erklärt mir ein Kollege, dass das mit dem Grill durchaus so
gemeint sei, und der Künstler Oscar Tuazon und die
Arbeit Burn the formwork hieße. Ein Anderer
meint, er sei „voll auf LSD“ gewesen, als er sich die Skulptur
anschaute und spricht enthusiastisch von einer sensiblen Arbeit.
Ich frage mich seitdem, wie zur Hölle man auf die Idee kommen
kann, sich die Skulptur Projekte in Münster auf LSD anzuschauen.
Schließlich liegt ja schon ganz nüchtern betrachtet ein Horrortrip
in der Luft, wenn man sich das komplette Skulpturenprogramm antun will.
Ich frage mich außerdem, was es wohl in
diesem Fall bedeuten würde, „auf einem Trip hängenzubleiben“?
Würde der Betroffene für den Rest seines Lebens immer
und überall nur noch Kunst und Skulpturen
erkennen? Würde er zum Beispiel vor einer Bushaltestelle
stehenbleiben und von einem großartigen Kunstwerk sprechen
und die unter dem verschimmelten Dach Wartenden fragen, wer
der Schöpfer dieses Werkes sei? Würde er sich beim Infostand
von real informieren wollen, wer die Häuschen für die
Einkaufswagen entworfen hat?

 

to be continued…

 

 

 

 

 

Grün / Grüne Erden

1. Old holland, Grüne Erde (A52)
2. Kremer-Pigmente, Grünerde, gebrannt
3. Kremer-Pigmente, Grüne Erde aus Verona, unverschnitten
4. Schmincke Mussini, Böhmische Grüne Erde
5. Schmincke Norma, Grüne Erde
6. Schmincke Norma, Saftgrün
7. Schmincke Norma, Olivengrün

(Links jeweils die pure Farbe, rechts mit Titanweiß gemischt)

Ockerfarben, von oben nach unten:

1. Old holland, Siena natur, hell
2. Kremer-Pigmente, Tierra di Siena, bräunlich
3. Kremer-Pigmente, Ocker avana, grünlich
4. Kremer-Pigmente, Goldocker DD
5. Kremer-Pigmente, Siena natur, italienisch
6. Schmincke Mussini, Ocker dunkel
7. Schmincke Mussini, Sienagelb

(Links jeweils die pure Farbe, rechts mit Titanweiß gemischt)

Umbren und andere Brauntöne, von oben nach unten:

1. Kremer-Pigmente, Umbra grünlich, deutsch
2. Old holland, Gebrannte Umbra
3. Kremer-Pigmente, Umbra gebrannt, Typ B, Cyprisch
4. Schmincke Norma, Umbra gebrannt
5. Schmincke Mussini, Mineralbraun
6. Schmincke Mussini,Lasur-Oxyd-braun
7. Schmincke Norma, Umbra natur

(jeweils auf der linken Seite die pure Farbe, auf der rechten
mit etwas Titanweiß gemischt)

Skulptur Projekte Münster – 4

Im Hafen von Münster hat die Künstlerin Ayşe Erkmen die Arbeit On water realisiert.
Menschen können über das Wasser wandelnd zur anderen Kanalseite gelangen.
(Das unterwässrige Gerüst hält garantiert, und sollte doch einer versuchen, auf klassische
Jesus-Art ohne technische Hilfsmittel die andere Seite zu erreichen, also neben der
Installation, stehen stets ein paar gut trainierte Rettungsschwimmer bereit.)
Der münsteraner „Hafen“ wird übrigens demnächst auf die UNESCO Welterbeliste der
„eigentlich funktionslosen, aber zu Marketingzwecken bis zum Erbrechen missbrauchten
Brackgewässer, in denen die seltene Schlier-Alge vorkommt“ aufgenommen.
Ich habe mich schon lange nicht mehr so gefreut wie in dem Moment,
als ich von dieser Entscheidung der UNESCO hörte.

 

 

Sieht der Grünen Mamba täuschend ähnlich: Die Albino-Blindschleiche
2017
30 x 40 cm
Ölfarbe auf Holz

 

 

Skulptur Projekte Münster – 3

Ich sitze abends auf einer Bank an der Promenade in der Nähe der Skulptur
„Skizze für einen Brunnen“ von der Künstlerin Nicole Eisenmann.
Von hier aus hat man einen guten Blick auf die Arbeit und auf das
interessante Treiben rundherum. Was ist zu sehen?
Ich würde sagen (aus der Distanz, ich habe mich bisher noch keinmal näher
heran gewagt, aus Angst, ins Wasser zu fallen), eine Art Miniaturteich, mit
dunklem Marmor an den Seiten,
Weiterlesen

 

Sein Vorkommen beschränkt sich auf Baggerseen im Ruhrgebiet,
oft in der Nähe von sogenannten No-go-Areas und anderen
sozialen Brennpunkten: Der Prekariats-Alligator
2017
30 x 40 cm
Ölfarbe auf Holz

 

 

 

Die Trottellumme trägt ihren Namen zu Unrecht,
immerhin legt sie ein kegelförmiges Ei, das auf
dem glatten Fels nicht wegrollen kann
2017
40 x 30 cm
Ölfarbe auf Holz

 

 

Skulptur Projekte Münster – 2

Eine Gruppe von acht Japanern steht etwas verloren mit
ihren Fahrrädern an der Kreuzung vor meinem Atelierhaus.
Einer schaut auf eine Karte, eine andere filmt mit ihrem
Handy die Kreuzung, die anderen warten auf neue Richtungsanweisungen.
Kein Zweifel: Besucher der Skulptur Projekte Münster.
Einer von ihnen spricht mich an und fragt auf englisch nach
dem Burger King am Stadtrand. Ah, antworte ich, Skulptur Projekte Münster,
ihr wollt zu der Ausstellung in der ehemaligen Eissporthalle
neben dem Burger King. Ich erkläre den unkomplizierten Weg und
auch, wie gut ich die Installation dort finde.
Der ausländische Kunstfreund ignoriert mein Statement und
fragt wieder, wie weit es zu dem Hamburgerladen wäre.
Die Fußgängerampel wird grün und die Gruppe und ich wechseln die Seite.
Ich versuche noch einmal, das kurze Gespräch auf die Skulptur Projekte zu lenken,
aber der Japaner fragt zurück, ob der Burger King am Ziel auf der
linken Seite der Straße liegen würde. Ich bekomme langsam
Zweifel: Vielleicht wollen die acht durchweg in schwarz gekleideten
ausländischen Besucher auf ihren quietschgelben Leihfahrrädern
wirklich nur zu Burger King? Man weiß bei diesen Japanern ja nie,
was sie so aushecken und was bei ihnen Kultstatus genießt.
Vielleicht stehen sie einfach auf schmierige deutsche Vorstadt Burgerläden und
werden sich später gegenseitig filmen, wie sie dort in der Schlange stehen?
Ich erkläre schließlich, dass man dort wirklich die besten Hamburger
der Stadt bekommt, und, have fun, Burger King is on the left side.

to be continued…

Skulptur Projekte Münster 2017

 

Skulptur Projekte Münster 2017

 

Skulptur Projekte Münster 2017 – 1

10.06.2017, 10 Uhr: Heute ist der Tag der offiziellen Eröffnung der Skulptur Projekte in Münster.

Ein Hauch von internationalem Jetset liegt in der Landluft.

Ich stehe in der Schlange vor der alten Eissporthalle, in der sich die Arbeit von Pierre Huyghe befindet.
Offenbar dürfen jeweils nur so viele neue Leute herein, wie heraus kommen.
Und die Leute in der Halle lassen sich Zeit, der Beitrag des Künstlers muss sehr fesselnd sein.
Zwei Männer hinter mir müssen wiederum in der Kunstszene sehr sehr bekannt sein, denn sie
kennen die Hälfte der Leute, die aus der Halle kommen. Einer von den beiden verabredet sich
innerhalb von zwanzig Minuten in Berlin, in Mailand und man trifft sich ja sowieso in Kürze in Basel. Eine Frau im Ganzkörperleopardenanzug checkt auf ihrem Telefon, ob ihr
Flug in die Schweiz pünktlich sein wird. Ach, und gib mir doch mal deine Nummer,
ich melde mich, wenn ich zwischen dem 22. und dem 25. in London bin,
dann gehen wir einen Café trinken. Die Frau in den goldenen
Pantoffeln winkt ab, da ist sie noch in Zürich, aber sie diktiert ihm trotzdem die Nummer.
Ein Mann vor mir ermuntert seinen kleinen Sohn, zu der Brache neben der Halle zu gehen und
einen Blumenstrauß für Julia Stoschek zu pflücken. Ich habe den Eindruck, dass er das extra laut
gesagt hat, damit die Männer hinter mir mitkriegen, dass der Mann die smarte Sammlerin
und Milliarden-Erbin, die gerne Geld mit dem Kauf von Videokunst verbrennt, gut kennt.
So und nicht anders hat es sich in der Schlange zugetragen.
Ich denke, Junge, Junge, wie wird das erst bei Art Basel oder gar
Art Basel Miami Beach aussehen?

Natürlich präsentiert sich die Stadt Münster an diesem Eröffnungstag der
Skulptur Projekte von ihrer absoluten Schokoladenseite.
Auf der Promenade gibt es die Grünflächenunterhaltung, bei der Amateurmusiker, Bands und
Chöre im hundert Meter Abstand auftreten, ein paar Kilometer weiter eine Art
Markt oder Demo zum Thema Nachhaltigkeit, vor dem Schloss wird eine
Fressmeile „Münster verwöhnt“ aufgebaut, auf der sich die Leute enger aneinander
pressen als die armen westfälischen Schweine, die extra für das Event zum Schlachthof
transportiert wurden. Man könnte auch schreiben:
„Münster flippt aus“, bestätigt aber mit jeder weiteren Aktion eher den vielzitierten Ruf als
Provinzmetropole, in der alle fröhlich fahrradklingelnd über das Kopfsteinpflaster rattern,
und sich alles und jeder herausgeputzt hat für den hohen Besuch. Aber so negativ wie das
vielleicht klingt, ist das gar nicht gemeint. Münster ist super. Nur manchmal ist Münster
einfach zu sehr Münster.

Die Arbeit von Pierre Huyghe übrigens (Foto oben) ist großartig, finde ich.
Alleine dafür lohnt sich das Anstehen.

to be continued…

 

 

 

 

Ausstellungseröffnung Wendy, in der Ausstellungshalle Hawerkamp und
Schwarze Piste #5

 

 

Einladung zur Ausstellungseröffnung:

 

WENDY

 

Eine Gruppenausstellung mit über 50 Künstlern in der
Ausstellungshalle am Hawerkamp, Münster

Vernissage: Freitag 09.06., ab 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 09.06. – 01.10.2017
Öffnungszeiten: Sa und So 15 – 19 Uhr

Von mir wird diese Arbeit zu sehen sein:


Agave
2016
260 x 190 cm
Acrylfarbe auf Leinwand

Sa 10.06. ab 19 Uhr auch: Eröffnungsparty der Skulptur.Projekte auf dem Hawerkamp Gelände.

——————————————–

Am gleichen Abend, am 09.06., eine Halle weiter, eröffnet auch:

Schwarze Piste #5

eine Plattform für künstlerische Auseinandersetzungen im öffentlichen und privaten Raum,

mit einem Gastauftritt von Ruppe Koselleck

Halle B – Am Hawerkamp
vom 09. Juni bis 11. Juni 2017

Freitag, 09. Juni 2017 19:00 Uhr Eröffnung
Samstag,10. Juni 2017 15:00 bis 00:00 Uhr
Sonntag, 11. Juni 2017 15:00 bis 19:00 Uhr

Am Hawerkamp 31
48155 Münster
www.am-hawerkamp.de

 

 

Autobahnbussard
2017
190 x 260 cm
Acrylfarbe auf Leinwand

 

 

Das Bild basiert auf einer Zeichnung, die ich vor
drei Jahren auf einer Autobahnbrücke gemacht habe.

 

 

 

 

Stealth-Taube
2017
40 x 30 cm
Ölfarbe auf Holz

 
 

Alle 11 Minuten verliebt sich ein Vogel auf birdship.de
2017
30 x 40 cm
Ölfarbe auf Holz

 
 

 

Ohne Titel (Wespenbussard)
2017
60 x 44 cm
Ölfarbe auf Leinwand

 

 

Ohne Titel (Rothirsch-Schädel)
2017
44 x 60 cm
Ölfarbe auf Leinwand

 

 

Ohne Titel
2017
60 x 44 cm
Ölfarbe auf Leinwand

 

 

 

 

Beinscheibe, 60 x 44 cm, Ölfarbe auf Leinwand

 

Lammknochen, 60 x 44 cm, Ölfarbe auf Leinwand

 

Ich seh fast nur Moor, 44 x 60 cm, Ölfarbe auf Leinwand

 

Ausstellung im no cube:

 

  
Der no cube ist ein schöner kleiner,
sehr zentral gelegener Ausstellungsraum in Münster.

 

   
Wie so oft, wenn der Raum begrenzt ist, aber viel zu sehen sein soll,
war das Hängen eine anstrengende Angelegenheit.

 

Das erste Mal mit dabei: Eine Vitrine mit Skizzenbüchern und
kleinen Texteinlagen.

 

Knochen, 2017, jeweils 45 x 30 cm, Ölfarbe auf Holz:

  

 

Ohne Titel (Knochen), 2017, jeweils 30 x 20 cm, Ölfarbe auf Leinwand:

    

 

 

Es geht weiter mit den „ausgestopften Tieren der Heimat“.

Dieses Mal mit Mäusen.

 

 

Feldmaus, 36 x 46 cm, Ölfarbe auf Holz:

 

Hausmaus, 36 x 46 cm, Ölfarbe auf Holz:

 

Gelbhalsmaus, 36 x 46 cm, Ölfarbe auf Holz:

 

 

Klaus Geigle

Labor 2.0 im no cube

 

no cube4c1

 

Einzelausstellung/Malerei
04.März 2017 bis 23. April 2017
Vernissage: Samstag 04. März 2016, 19:00 Uhr

„Ab dem 04. März ist Klaus Geigle im Schau- und Atelierraum des Ausstellungsortes no cube zu Gast. Der am Niederrhein geborene Künstler präsentiert ausgesuchte Werke unter dem Ausstellungstitel „Labor 2.0“. „Labor 2.0“? Ein Labor ist sicher ein ganz besonderer Arbeitsplatz, es dient dem Forschen und Experimentieren. In ihm lässt sich trefflich „laborieren“, ein Wort, das seine Wurzeln im Lateinischen findet und soviel wie „arbeiten“, „sich abmühen“ und „leiden“ bedeutet. Mit derart mühseligen Tätigkeiten haben die „Laborbilder“ des Klaus Geigle wenig gemein, das Gegenteil scheint der Fall: Geigles „kleinformatige Erkundungsbilder“ verdankten ihr Entstehen zunächst schlicht ökonomischen Überlegungen. Die Farbe ist das Medium des Malers, sie ist die Grundlage seines künstlerischen Ausdrucks und deshalb viel zu wertvoll, um auszutrocknen, ohne einen Bildgrund gefunden zu haben. So entstehen im Geigles Labor, seinem Atelier, die kleinen Bildwerke aus den Farbresten der noch im Arbeitsprozess befindlichen großformatigen Werke. Geigle nannte diese Arbeiten schon einmal selbstironisch „Restfarbenbilder“, doch dieser spöttische Name wird den kleinen Werken nicht gerecht. Sie bieten Raum zum künstlerischen Spiel, zum künstlerischen Suchen und Finden. Diese experimentelle Funktion stellt der Künstler in der neuen Werkreihe „Labor 2.0“ in den besonderen Fokus. In ihr bleibt weiter das Zufallsprinzip der Farbwahl und -restmenge wichtig, aber ein zielgerichteter Forschungsprozess rückt in den Mittelpunkt. Motive wiederholen sich zunehmend, die Möglichkeiten der malerischen Umsetzung werden ausgelotet und immer wieder neu durchgespielt. Auch wechselt der Malgrund dieser neuen Reihe zu hochwertigen Buchenholz und beschränkt sich auf das Format 20 cm x 30 cm. Der Bildträger wird zum „malerischen Vorlegeglas“. Diese kleinformatigen Arbeiten dokumentieren das künstlerische Forschen Geigles in besonderer Weise, der Ausstellungsraum wird zum visuellen Labor. Der Maler präsentiert im no cube zudem ausgesuchte größere Formate, in denen sich die Ergebnisse der Experimentierfreude wiederfinden lassen. Fans und Entdecker des Malers werden auf „geigle-typische“ Sujets, wie kleine und größere Nagetiere treffen und abwehrende südländische Gewächse entdecken. Auch werden Baumstämme eine wichtige Rolle spielen. Sie treten in Bildwelten auf, die durch gezielte Farbgebung mit oftmals gedämpften Tönen, eine seltsam befremdliche Atmosphäre entwickeln. Seine meisterhaft angelegten Farbflächen lassen tiefer liegende Lasuren erahnen, auf ihnen treten die Pflanzen und Tiere wie deplatziertes Bühnendekor auf, dass von der vorbeirauschenden Zeit einfach stehen gelassen wurde. Keine Bewegung stört den Blick in die Bildwelten des Klaus Geigle, nur gelegentlich verwirren fast neonfarbig wirkende Farbspuren und sorgen für eine erhöhte Wachsamkeit des Betrachters. Timm Ulrichs hat die Leichtigkeit der Malweise auch als „lässige Geste“ des ehemaligen Meisterschülers von Prof. Udo Scheel beschrieben, sie besticht und verzaubert. Geigles Bildwelten verführen zum Träumen und Nachsinnen, doch sollte man nie die vorsichtige Frage aus den Augen lassen: „Was hat der Künstler im Bild verborgen?“ Die Ausstellung eröffnet mit einer Vernissage am Samstag den 04. März 2017 ab 19°° Uhr. Der Künstler ist anwesend. Laufzeit der Ausstellung: 04.03. – 24.04.2017. Die Finissage ist am Sonntag 23. April 2017 ab 15°° Uhr“.

Weitere Infos:
www.nocube.net
www.klausgeigle.com

Samstagmittags, Rundgang der Kunstakademie in Düsseldorf.
Was für ein Hype! Da hatten wir doch keine Lust mehr und
sind lieber durch ein paar (wie üblich vollkommen leere) Galerien geschlendert.

Ohne Titel, 25 x 30 cm, Ölfarbe auf Holz:

 

 

Zwei Schneehasen im Sommerfell mit Fledermäusen
100 x 125 cm, Ölfarbe auf Leinwand:

Himmel über der Schulstraße.

Jahresausstellung im Atelierhaus Schulstrasse:

 

 

 

Ohne Titel, 40 x 30 cm, Ölfarbe auf Holz:

waldlicht

Spuren, 30 x 40 cm, Ölfarbe auf Holz:

spuren

Ohne Titel, 30 x 20 cm, Ölfarbe auf Holz:

wiesel-3

Exkurs: Ölfarbenqualitäten

Da ich mit Ölfarbe inzwischen nur noch kleinformatig arbeite und dementsprechend wenig Material verbrauche, lag die Überlegung nahe, mir statt der guten ab jetzt die richtig guten, womöglich die besten Ölfarben zu gönnen. Aber was ist die beste Ölfarbenmarke? Ziemlich schnell kommen da die meisten auf Schmincke Mussini zu sprechen, und diese Farben sind bestimmt auch hervorragend. Ich nutze sie zunehmend und gerne. Aber sind sie die besten? Und was heißt überhaupt „am besten“?
Eines der wichtigsten Qualitätskriterien neben der hohen Lichtechtheit, die fast alle Marken zu Verfügung stellen, ist die Höhe der Pigmentierung. Es geht also um die Frage, ob das Pigment pur in der Tube ist, oder ob es mit billigeren Quarzmehlen, Kreiden etc. verschnitten wird. Bei günstigen Studienfarben und Akademiefarben ist die Beimengung dieser Füllmaterialien entsprechend hoch. Ich finde es manchmal erstaunlich, oder auch bedauerlich, zu sehen, wie manche sehr gute Maler, die sich sehr mit ihren Arbeiten anstellen, auf der anderen Seite zu diesen Studienfarben greifen, nur weil sie günstiger sind.

Die Gesetzeslage, was die Angabe der Nutzung von Füllstoffen angeht, ist meines Wissens nicht ganz eindeutig: Bei einem Verschnitt eines Pigmentes von unter 10% ist der Hersteller nicht gezwungen, dies zu deklarieren. Er darf weiter „von höchster Pigmentkonzentration“ sprechen. Diesbezüglich muss man als Kunde den Herstellern also einfach glauben.

Nach einiger Recherche und Nachfragen hier und dort sieht es so aus, als wäre Old Holland die Marke für die allerhöchsten Ansprüche (erhältlich zB im boesner Köln oder in der tube Düsseldorf, bei gerstaecker ). Auch in Sachen Pigmentierung scheint die Marke Old Holland ganz vorne dabei zu sein. Ein weiteres wichtiges Indiz für die Qualität dieser Marke: Sie wird offenbar bevorzugt von den Restauratoren großer Museen. So etwas hat natürlich seinen Preis, die Farben sind noch etwas teurer als Schmincke Mussini.

Genannt werden auch die Marken  Michael Harding (in Deutschland lediglich in Berlin zu kaufen, sonst online), sowie die Firma blockx. In Sachen preislicher Exklusivität ist die Marke Vasari (USA, nur online bestellbar) zu erwähnen. Vasari, das klingt ja schon entfernt nach Maserati, Bugatti, Lamborghini und ähnlich exklusiv wie diese Autohersteller kommt die Marke Vasari auf ihrer Website herüber.

set_717x538_1024x1024

Selbst einfache Erdfarben sind teilweise schon recht teuer, eine Tube (40ml) Cobaltblau schlägt mit etwa 90 Euro zu Buche. Da sollte jeder Pinselstrich gut überlegt sein und sitzen!

Beim Anschauen von Farbkarten (zB Schmincke Mussini) fällt mir noch etwas anderes auf: Viele Farbnamen (zB Grüne Erde) sind genau genommen keine Farbnamen mehr, sondern Farbtonbezeichnungen. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Grüne Erde zum Beispiel ist im (meiner Meinung nach) optimalen Fall eine echte Erde aus dem Boden, ein einzelnes Pigment also, das den Farbton ergibt. Diese Erden sind allerdings inzwischen teilweise nicht mehr ganz einfach zu beschaffen, sodass sich viele Hersteller dazu entschieden haben, sie mit anderen Pigmenten nachzumischen, nachzuempfinden. Folglich ist die Farbe Grüne Erde von Schmincke nicht eine Einpigmentfarbe, sondern ein Farbton aus nicht weniger als vier verschiedenen Pigmenten „nachgebaute“ Grüne Erde! Ich finde das irgendwie enttäuschend, auch wenn die Lichtechtheit topp sein sollte und mir der Farbton gefällt. Eigentlich müsste ein solcher Ton doch dann „Grüne Erde, imitiert“ heißen, oder? Maltechnisch mag das völlig ok sein, die Lichtechtheiten sind durchweg hervorragend. Die Brillanz der Farben exzellent. Für Puristen jedoch, die das Gefühl haben wollen, zum Beispiel mit einer „echten“ Erdfarbe zu arbeiten, mit einem echten italienischen Ocker aus einer bestimmten Region usw, dürften diese „nachgebauten“, letztlich von den Farbdesignern und Chemikern einer Firma interpretierten Farben etwas „gefälschtes“ an sich haben.

Für solche Maler dürfte neben Old Holland die Firma Kremer Pigmente interessant sein. Diese Firma in Eichstätten ist spezialisiert auf historische und reine und „echte“ (Erd-)Pigmente. Es gibt einen Haufen an Erdfarben aus verschiedenen Ländern zur Auswahl. Unter den Farben auf der Website kann man auch PDFs mit detaillierten Infos zu den einzelnen Pigmenten herunterladen, was ich sehr interessant finde. Einige wenige Farben kann man auch mit Leinöl gebrauchsfertig angerieben erwerben. Wenn einem Erdpigment mit einem weiteren Pigment auf die Sprünge geholfen wird, die Farbe also geschönt wird, frisiert wird, dann wird das in der Regel angezeigt. (Hier geht es zum Produktkatalog von Kremer Pigmente (PDF))

IMG_0756 2
Starter-Set zum Selbstanreiben von Farben: Leinöl, Spachtel und ein Pigment (ca 20 Euro)

Restlicht

IMG_1763

 

IMG_1765

 

IMG_1767

 

Was sonst noch geschah: Unterwegs im Naturkundemuseum in Berlin.
Mehr Menschen in den Gängen als Präparate in den Vitrinen.

IMG_0691
Interessant, wie sich die Besucherin in der Vitrine mit
dem T-Rex Schädel spiegelt. Vielleicht ein Bild?
Aber gefühlt ist das schon hundert Mal gemalt worden
(Mensch vor Dinosaurier-Knochen, wir, die Dinos von Morgen etc).
Gut aussehen tut es trotzdem.

 

IMG_0692

 

IMG_0715

 

Waldsituation mit Waschbär, 40 x 29,5 cm, Ölfarbe auf Holz:

waschbaer

Tarnhamster II, 29,5 x 40 cm, Ölfarbe auf Holz:

tarnkappenhamsterII

 

finale2

Ohne Titel, 40 x 29,5 cm, Öl auf Holz

 

 

finale3

Ohne Titel, 40 x 29,5 cm, Öl auf Holz

 

 

dreiglimm

Ohne Titel, 40 x 29,5 cm, Öl auf Holz

 

 

 

 

 

 

IMG_0380

IMG_0083

IMG_0376

Der Aufenthalt im Centro Cultural Andratx neigt sich dem Ende zu. Diesmal war es besonders schön mit netten Künstlerkollegen aus Wien, Berlin und Stockholm und außerdem mit einer Beteiligung in einer sehr sehenswerten Gruppenausstellung in der Kunsthalle. Das Wetter jedoch hat leider erst ganz zum Schluss mitgespielt. Nur ein Bild (siehe Post oben) habe ich so malen können wie ich es geplant hatte: mit der Staffelei direkt vor dem Objekt, in diesem Fall eine halb gefüllte Zisterne, bei der mich in erster Linie die Spiegelung des Wassers interessierte.