Grün / Grüne Erden

1. Old holland, Grüne Erde (A52)
2. Kremer-Pigmente, Grünerde, gebrannt
3. Kremer-Pigmente, Grüne Erde aus Verona, unverschnitten
4. Schmincke Mussini, Böhmische Grüne Erde
5. Schmincke Norma, Grüne Erde
6. Schmincke Norma, Saftgrün
7. Schmincke Norma, Olivengrün

(Links jeweils die pure Farbe, rechts mit Titanweiß gemischt)

Ockerfarben, von oben nach unten:

1. Old holland, Siena natur, hell
2. Kremer-Pigmente, Tierra di Siena, bräunlich
3. Kremer-Pigmente, Ocker avana, grünlich
4. Kremer-Pigmente, Goldocker DD
5. Kremer-Pigmente, Siena natur, italienisch
6. Schmincke Mussini, Ocker dunkel
7. Schmincke Mussini, Sienagelb

(Links jeweils die pure Farbe, rechts mit Titanweiß gemischt)

Von oben nach unten:

1. Kremer-Pigmente, Umbra grünlich, deutsch
2. Old holland, Gebrannte Umbra
3. Kremer-Pigmente, Umbra gebrannt, Typ B, Cyprisch
4. Schmincke Norma, Umbra gebrannt
5. Schmincke Mussini, Mineralbraun
6. Schmincke Mussini,Lasur-Oxyd-braun
7. Schmincke Norma, Umbra natur

(jeweils auf der linken Seite die pure Farbe, auf der rechten
mit etwas Titanweiß gemischt)

Skulptur Projekte Münster – 4

Im Hafen von Münster hat die Künstlerin Ayşe Erkmen die Arbeit On water realisiert.
Menschen können über das Wasser wandelnd zur anderen Kanalseite gelangen.
(Das unterwässrige Gerüst hält garantiert, und sollte doch einer versuchen, auf klassische
Jesus-Art ohne technische Hilfsmittel die andere Seite zu erreichen, also neben der
Installation, stehen stets ein paar gut trainierte Rettungsschwimmer bereit.)
Der münsteraner „Hafen“ wird übrigens demnächst auf die UNESCO Welterbeliste der
„eigentlich funktionslosen, aber zu Marketingzwecken bis zum Erbrechen missbrauchten
Brackgewässer, in denen die seltene Schlier-Alge vorkommt“ aufgenommen.
Ich habe mich schon lange nicht mehr so gefreut wie in dem Moment,
als ich von dieser Entscheidung der UNESCO hörte.

 

Skulptur Projekte Münster – 2

Eine Gruppe von acht Japanern steht etwas verloren mit
ihren Fahrrädern an der Kreuzung vor meinem Atelierhaus.
Einer schaut auf eine Karte, eine andere filmt mit ihrem
Handy die Kreuzung, die anderen warten auf neue Richtungsanweisungen.
Kein Zweifel: Besucher der Skulptur Projekte Münster.
Einer von ihnen spricht mich an und fragt auf englisch nach
dem Burger King am Stadtrand. Ah, antworte ich, Skulptur Projekte Münster,
ihr wollt zu der Ausstellung in der ehemaligen Eissporthalle
neben dem Burger King. Ich erkläre den unkomplizierten Weg und
auch, wie gut ich die Installation dort finde.
Der ausländische Kunstfreund ignoriert mein Statement und
fragt wieder, wie weit es zu dem Hamburgerladen wäre.
Die Fußgängerampel wird grün und die Gruppe und ich wechseln die Seite.
Ich versuche noch einmal, das kurze Gespräch auf die Skulptur Projekte zu lenken,
aber der Japaner fragt zurück, ob der Burger King am Ziel auf der
linken Seite der Straße liegen würde. Ich bekomme langsam
Zweifel: Vielleicht wollen die acht durchweg in schwarz gekleideten
ausländischen Besucher auf ihren quietschgelben Leihfahrrädern
wirklich nur zu Burger King? Man weiß bei diesen Japanern ja nie,
was sie so aushecken und was bei ihnen Kultstatus genießt.
Vielleicht stehen sie einfach auf schmierige deutsche Vorstadt Burgerläden und
werden sich später gegenseitig filmen, wie sie dort in der Schlange stehen?
Ich erkläre schließlich, dass man dort wirklich die besten Hamburger
der Stadt bekommt, und, have fun, Burger King is on the left side.

to be continued…

Skulptur Projekte Münster 2017

 

Skulptur Projekte Münster 2017

 

Skulptur Projekte Münster 2017 – 1

10.06.2017, 10 Uhr: Heute ist der Tag der offiziellen Eröffnung der Skulptur Projekte in Münster.

Ein Hauch von internationalem Jetset liegt in der Landluft.

Ich stehe in der Schlange vor der alten Eissporthalle, in der sich die Arbeit von Pierre Huyghe befindet.
Offenbar dürfen jeweils nur so viele neue Leute herein, wie heraus kommen.
Und die Leute in der Halle lassen sich Zeit, der Beitrag des Künstlers muss sehr fesselnd sein.
Zwei Männer hinter mir müssen wiederum in der Kunstszene sehr sehr bekannt sein, denn sie
kennen die Hälfte der Leute, die aus der Halle kommen. Einer von den beiden verabredet sich
innerhalb von zwanzig Minuten in Berlin, in Mailand und man trifft sich ja sowieso in Kürze in Basel. Eine Frau im Ganzkörperleopardenanzug checkt auf ihrem Telefon, ob ihr
Flug in die Schweiz pünktlich sein wird. Ach, und gib mir doch mal deine Nummer,
ich melde mich, wenn ich zwischen dem 22. und dem 25. in London bin,
dann gehen wir einen Café trinken. Die Frau in den goldenen
Pantoffeln winkt ab, da ist sie noch in Zürich, aber sie diktiert ihm trotzdem die Nummer.
Ein Mann vor mir ermuntert seinen kleinen Sohn, zu der Brache neben der Halle zu gehen und
einen Blumenstrauß für Julia Stoschek zu pflücken. Ich habe den Eindruck, dass er das extra laut
gesagt hat, damit die Männer hinter mir mitkriegen, dass der Mann die smarte Sammlerin
und Milliarden-Erbin, die gerne Geld mit dem Kauf von Videokunst verbrennt, gut kennt.
So und nicht anders hat es sich in der Schlange zugetragen.
Ich denke, Junge, Junge, wie wird das erst bei Art Basel oder gar
Art Basel Miami Beach aussehen?

Natürlich präsentiert sich die Stadt Münster an diesem Eröffnungstag der
Skulptur Projekte von ihrer absoluten Schokoladenseite.
Auf der Promenade gibt es die Grünflächenunterhaltung, bei der Amateurmusiker, Bands und
Chöre im hundert Meter Abstand auftreten, ein paar Kilometer weiter eine Art
Markt oder Demo zum Thema Nachhaltigkeit, vor dem Schloss wird eine
Fressmeile „Münster verwöhnt“ aufgebaut, auf der sich die Leute enger aneinander
pressen als die armen westfälischen Schweine, die extra für das Event zum Schlachthof
transportiert wurden. Man könnte auch schreiben:
„Münster flippt aus“, bestätigt aber mit jeder weiteren Aktion eher den vielzitierten Ruf als
Provinzmetropole, in der alle fröhlich fahrradklingelnd über das Kopfsteinpflaster rattern,
und sich alles und jeder herausgeputzt hat für den hohen Besuch. Aber so negativ wie das
vielleicht klingt, ist das gar nicht gemeint. Münster ist super. Nur manchmal ist Münster
einfach zu sehr Münster.

Die Arbeit von Pierre Huyghe übrigens (Foto oben) ist großartig, finde ich.
Alleine dafür lohnt sich das Anstehen.

to be continued…

 

 

 

 

Samstagmittags, Rundgang der Kunstakademie in Düsseldorf.
Was für ein Hype! Da hatten wir doch keine Lust mehr und
sind lieber durch ein paar (wie üblich vollkommen leere) Galerien geschlendert.

Himmel über der Schulstraße.

Exkurs: Ölfarbenqualitäten

Da ich mit Ölfarbe inzwischen nur noch kleinformatig arbeite und dementsprechend wenig Material verbrauche, lag die Überlegung nahe, mir statt der guten ab jetzt die richtig guten, womöglich die besten Ölfarben zu gönnen. Aber was ist die beste Ölfarbenmarke? Ziemlich schnell kommen da die meisten auf Schmincke Mussini zu sprechen, und diese Farben sind bestimmt auch hervorragend. Ich nutze sie zunehmend und gerne. Aber sind sie die besten? Und was heißt überhaupt „am besten“?
Eines der wichtigsten Qualitätskriterien neben der hohen Lichtechtheit, die fast alle Marken zu Verfügung stellen, ist die Höhe der Pigmentierung. Es geht also um die Frage, ob das Pigment pur in der Tube ist, oder ob es mit billigeren Quarzmehlen, Kreiden etc. verschnitten wird. Bei günstigen Studienfarben und Akademiefarben ist die Beimengung dieser Füllmaterialien entsprechend hoch. Ich finde es manchmal erstaunlich, oder auch bedauerlich, zu sehen, wie manche sehr gute Maler, die sich sehr mit ihren Arbeiten anstellen, auf der anderen Seite zu diesen Studienfarben greifen, nur weil sie günstiger sind.

Die Gesetzeslage, was die Angabe der Nutzung von Füllstoffen angeht, ist meines Wissens nicht ganz eindeutig: Bei einem Verschnitt eines Pigmentes von unter 10% ist der Hersteller nicht gezwungen, dies zu deklarieren. Er darf weiter „von höchster Pigmentkonzentration“ sprechen. Diesbezüglich muss man als Kunde den Herstellern also einfach glauben.

Nach einiger Recherche und Nachfragen hier und dort sieht es so aus, als wäre Old Holland die Marke für die allerhöchsten Ansprüche (erhältlich zB im boesner Köln oder in der tube Düsseldorf, bei gerstaecker ). Auch in Sachen Pigmentierung scheint die Marke Old Holland ganz vorne dabei zu sein. Ein weiteres wichtiges Indiz für die Qualität dieser Marke: Sie wird offenbar bevorzugt von den Restauratoren großer Museen. So etwas hat natürlich seinen Preis, die Farben sind noch etwas teurer als Schmincke Mussini.

Genannt werden auch die Marken  Michael Harding (in Deutschland lediglich in Berlin zu kaufen, sonst online), sowie die Firma blockx. In Sachen preislicher Exklusivität ist die Marke Vasari (USA, nur online bestellbar) zu erwähnen. Vasari, das klingt ja schon entfernt nach Maserati, Bugatti, Lamborghini und ähnlich exklusiv wie diese Autohersteller kommt die Marke Vasari auf ihrer Website herüber.

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Selbst einfache Erdfarben sind teilweise schon recht teuer, eine Tube (40ml) Cobaltblau schlägt mit etwa 90 Euro zu Buche. Da sollte jeder Pinselstrich gut überlegt sein und sitzen!

Beim Anschauen von Farbkarten (zB Schmincke Mussini) fällt mir noch etwas anderes auf: Viele Farbnamen (zB Grüne Erde) sind genau genommen keine Farbnamen mehr, sondern Farbtonbezeichnungen. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Grüne Erde zum Beispiel ist im (meiner Meinung nach) optimalen Fall eine echte Erde aus dem Boden, ein einzelnes Pigment also, das den Farbton ergibt. Diese Erden sind allerdings inzwischen teilweise nicht mehr ganz einfach zu beschaffen, sodass sich viele Hersteller dazu entschieden haben, sie mit anderen Pigmenten nachzumischen, nachzuempfinden. Folglich ist die Farbe Grüne Erde von Schmincke nicht eine Einpigmentfarbe, sondern ein Farbton aus nicht weniger als vier verschiedenen Pigmenten „nachgebaute“ Grüne Erde! Ich finde das irgendwie enttäuschend, auch wenn die Lichtechtheit topp sein sollte und mir der Farbton gefällt. Eigentlich müsste ein solcher Ton doch dann „Grüne Erde, imitiert“ heißen, oder? Maltechnisch mag das völlig ok sein, die Lichtechtheiten sind durchweg hervorragend. Die Brillanz der Farben exzellent. Für Puristen jedoch, die das Gefühl haben wollen, zum Beispiel mit einer „echten“ Erdfarbe zu arbeiten, mit einem echten italienischen Ocker aus einer bestimmten Region usw, dürften diese „nachgebauten“, letztlich von den Farbdesignern und Chemikern einer Firma interpretierten Farben etwas „gefälschtes“ an sich haben.

Für solche Maler dürfte neben Old Holland die Firma Kremer Pigmente interessant sein. Diese Firma in Eichstätten ist spezialisiert auf historische und reine und „echte“ (Erd-)Pigmente. Es gibt einen Haufen an Erdfarben aus verschiedenen Ländern zur Auswahl. Unter den Farben auf der Website kann man auch PDFs mit detaillierten Infos zu den einzelnen Pigmenten herunterladen, was ich sehr interessant finde. Einige wenige Farben kann man auch mit Leinöl gebrauchsfertig angerieben erwerben. Wenn einem Erdpigment mit einem weiteren Pigment auf die Sprünge geholfen wird, die Farbe also geschönt wird, frisiert wird, dann wird das in der Regel angezeigt. (Hier geht es zum Produktkatalog von Kremer Pigmente (PDF))

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Starter-Set zum Selbstanreiben von Farben: Leinöl, Spachtel und ein Pigment (ca 20 Euro)

Wer möchte, kann auch auf das historische Ultramarinpigment, gewonnen aus Lapislazuli, zurückgreifen. Allerdings sollten bei einem Preis von ca 1500 Euro für 100 Gramm des Pigmentes keine Zweifel mehr über das kunsthistorische Ausmaß der eigenen pinselnden Tätigkeit bestehen. Aber Quatsch beiseite, diese Pigmente sind natürlich eher etwas für Restauratoren, die mit originalen historischen Pigmenten arbeiten.

Ich werde demnächst bestimmte klassische Farben wie Siena natur etc selbst anreiben.

 

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Kleiner Tipp am Rande: Eine eigene Original-Farbkarte erstellen: Broschüre besorgen (Foto:Schmincke Mussini) Dann die Offset-Farbendrucke mit einem Stück grundierter Leinwand abkleben, und anschließend die Farben, die man in Betrieb hat, eintragen, (vielleicht etwas sauberer und schöner als ich es gemacht hab). So behält man den Überblick über die Zusammensetzung der Farben, die man nutzt.

 

Restlicht

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Was sonst noch geschah: Unterwegs im Naturkundemuseum in Berlin.
Mehr Menschen in den Gängen als Präparate in den Vitrinen.

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Interessant, wie sich die Besucherin in der Vitrine mit
dem T-Rex Schädel spiegelt. Vielleicht ein Bild?
Aber gefühlt ist das schon hundert Mal gemalt worden
(Mensch vor Dinosaurier-Knochen, wir, die Dinos von Morgen etc).
Gut aussehen tut es trotzdem.

 

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Der Aufenthalt im Centro Cultural Andratx neigt sich dem Ende zu. Diesmal war es besonders schön mit netten Künstlerkollegen aus Wien, Berlin und Stockholm und außerdem mit einer Beteiligung in einer sehr sehenswerten Gruppenausstellung in der Kunsthalle. Das Wetter jedoch hat leider erst ganz zum Schluss mitgespielt. Nur ein Bild (siehe Post oben) habe ich so malen können wie ich es geplant hatte: mit der Staffelei direkt vor dem Objekt, in diesem Fall eine halb gefüllte Zisterne, bei der mich in erster Linie die Spiegelung des Wassers interessierte.

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Rückfall bei einer kleinen Osterrundfahrt am Nachmittag. Völlig unvermittelt stand ich diesem Biest gegenüber. Sofort wurde alles um die Pflanze herum unscharf. Die Agave flüsterte leise: Lieber Malle, malle mir.

Dann, kaum fünfzig Meter weiter, großer Karnickeltreff unter Orangenbäumen.
Vielleicht beides zusammenbringen? Als Bild?
Wie dem auch sei: Frohe Ostern!

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Mittels einer schier übermenschlichen Anstrengung ist es mir gelungen, das Schärfe-Unschärfe-Agaven-Problem komplett umzudrehen. Nun sehe ich die Agaven nur noch unscharf und den Rest mit hoher Präzision. Bleibt das Problem, dass ich reflexartig weiterhin nur in die Richtung der Pflanzen schaue. Auch so bleibt es schwierig, neue interessante Motive zu finden. Ich arbeite dran. In ein paar Tagen bin ich bestimmt fast geheilt.

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Kurz vor meiner Abreise nach Malle sprach ich noch mit dem Kunsthistoriker S.T. aus M.
S.T. meinte, es gäbe sicher noch andere Pflanzen als Agaven auf Mallorca. Eindeutig ein Hinweis, dass ich mit den Agaven durch bin und ein wohlgemeinter Tipp für künftige Bilder. Was Herr S.T. nicht wusste, ist, dass ich an einer extrem seltenen Wahrnehmungsstörung leide, der sogenannten Agaveritis mediterransis. Betroffene dieser Krankheit, die entfernt verwandt ist mit der Rot-Grün-Sehschwäche, klagen darüber, alle anderen Pflanzen, die keine Agaven sind, nur noch verschwommen wahrzunehmen.
In der extremen Ausformung wird die Agaveritis mediterransis im Volksmund auch „Mezcal-Psychose“ genannt, da man früher davon ausging, dass schlecht gebrannter Agavenschnaps Ursache für das Leiden sei. Bei dieser radikalen Variante sieht der Betroffene außer Agaven überhaupt nichts mehr und muss eingewiesen werden. Heute weiß man, dass Methanol durchaus veheerend auf den Sehsinn schlagen kann, aber die Agaveritis bei einem nüchternen Kopf fast noch stärker zur Wirkung kommt. Ein vielversprechender moderner Therapieansatz besteht darin, Agaven ohne wenn und aber im wahrsten Sinne des Wortes links liegen zu lassen, und sich ganz auf das unscharfe, als sterbenslangweilig empfundene Umfeld zu konzentrieren. Aber die Rückfallquote ist hoch. Viele Betroffene wandern in nordische Länder aus, wo sie nach und nach ihre alte, normale Wahrnehmung zurückgewinnen.

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Tag drei im Centro Cultural in Andratx. Die geplante Pleinairmalerei muss erstmal wegen wegfliegender Bilder warten.

 

 

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Ausstellung „Wendezeiten“, CCA, Mallorca.

Ausstellung Galerie Tedden, Düsseldorf,
mit der Bildhauerin Hyun-Gyoung Kim

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Auf den Tag genau vor einem Jahr der Vernissage am Freitag, ist Daniel, ein guter Freund, gestorben. Mit Anfang vierzig an Krebs. Die letzten Jahre und besonders die letzten Monate waren für ihn eine einzige Tortur. Daniel war Musiker und spielte Gitarre in verschiedenen Bands, meistens Reggae. Einmal blieb ich beim Zappen auf Arte hängen, da wurde gerade ein Reggaekonzert vor dreißigtausend Leuten gezeigt, die Kamera machte einen Schwenk – und Daniel kam mit seiner Gitarre ins Bild! „Den kenne ich!“, rief ich damals spontan, obwohl ich alleine vor der Kiste saß. Daniel starb, wie es sich für einen Gitarristen gehört, an dem Tag im Jahr, an dem auch sein Vorbild Jimi Hendrix aus dem Leben schied (18.09.1970).
Daniels Verschwinden kam nicht abrupt. Er tauchte einfach immer seltener bei den Treffen mit meinen Freunden in Duisburg auf, weil das Morphium ihn außer Gefecht setzte oder er einfach zu schwach war. In den letzten Wochen lag er mehr oder weniger nur noch alleine zu Hause im Bett, wenn er nicht gerade zur Dialyse abgeholt wurde, in einem spooky Einfamilienhaus mit verwildertem Garten, und wartete auf sein Ende. Auf seinem Tisch lag eine halbe Apotheke an Medikamenten. (Im Gegensatz zu noch engeren Freunden Daniels habe ich diese Situation bei ihm zu Hause nur einmal erleben müssen.)
Daniel hatte fast bis zuletzt noch Pläne, wollte komponieren, auftreten. Weiter seine Kunst machen, wie die anderen Künstler, die mit Mitte vierzig einfach weiter malen, schreiben oder filmen. Daran musste ich am Freitag bei der Eröffnung der Ausstellung öfter denken: Es ist alles gar nicht so selbstverständlich wie es einem erscheint, das mit dem immer weiter machen. Schon nächste Woche kann die Diagnose kommen, die alles über den Haufen wirft, oder ein Autofahrer überfährt einen während er eine Sms schreibt, oder man selbst geht mit dem Handy in der Hand bei rot über die Ampel, oder man sitzt im falschen Flugzeug und der Pilot hat vergessen, seine Pillen zu nehmen. Es gibt da einige Möglichkeiten. Man hält die Katastrophe für abwegig, aber das ist ein trügerisches Gefühl.

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Unterwegs im Freibad, auf dem Höhepunkt der Hitzewelle. Schon um halb elf am Vormittag war es so warm, dass selbst das genaue Hinschauen zu anstrengend wurde. Auf der angenehm zugigen Dachterrasse des Atelierhauses kam es dann abends noch zu einer interessanten (nicht hitzigen) kleinen Diskussion über das Problem von Plan und Prozess in der Malerei. Erste Erkenntnis: Solche Gespräche müsste es öfter geben. Zweitens: Vielleicht sollte ich mal wieder eine Zeichnung wie oben als Ausgangspunkt für ein Bild nehmen. Es spricht nichts dagegen, ein Bild genau nach Plan zu realisieren. Aber gelegentlich ist es sicher auch interessant, möglichst früh bei der Entstehung eines neuen Bildes zu improvisieren. Eine Zeichnung wie oben kommt einem solchen Vorsatz sicher entgegen.

Herzliche Einladung!

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Was sonst noch geschah:

Picassos Gemälde „Les femmes d’Alger“ ist mit 160 Millionen Euro das teuerste je versteigerte Bild.Ich habe mal durchgerechnet: Bei einem aktuellen Preis von ca. 10000 Euro für ein großes Bild von mir (zur Feier des Tages leicht aufgerundet) bekommt man für das gleiche Geld also etwa 16000 (sechzehntausend) Klaus Geigle Bilder. Um einen solchen Auftrag überhaupt in den nächsten zwanzig Jahren bis zum Eintritt ins Rentenalter abzuarbeiten, müsste ich etwa 800 Bilder pro Jahr in dem Format 190 x 260 cm malen. Das wären 66,66 Bilder pro Monat beziehungsweise 2,22 Großformate am Tag. Ich müsste alleine zwei Assistenten einstellen, die im Akkord die Leinwände klar machen würden. Dann am besten noch acht weitere, die wenigstens untermalen und Entwürfe auf die Leinwand übertragen. Ich selbst wäre wahrscheinlich nur noch unterwegs und würde wie ein Bekloppter fotografieren (zum Zeichnen wäre gar keine Zeit!) und die besten Fotos in die Fabrik mailen. Ab und zu würde ich in der Firma auftauchen zum Signieren und um zu prüfen, ob die Kunststudenten auch ordentlich malen. Dabei wurschtel ich doch eigentlich lieber für mich alleine im Atelier herum. Ich glaub, ich würd den Auftrag ablehnen.

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Gehen Sie zum Stand P03 (Galerie Tedden). Halten Sie ihre Platinum Mastercard bereit. Suchen Sie sich die Bilder von Klaus Geigle heraus und schauen Sie bitte von da an nicht mehr nach links oder rechts. Vielen Dank.

(Weitere Infos für einen reibungslosen Messebesuch: Art Karlsruhe)

Warum sehe ich in letzter Zeit eigentlich überall nur noch Agaven?

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…und zu jeder Uhrzeit Kaninchen ?

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Zur Zeit arbeitet der wöchentliche Zeichentreff an einem Gemeinschaftswerk, das zur Nacht der Museen und Galerien in Münster präsentiert werden soll. Zur Zeit ist wohl noch offen, ob das alles überhaupt etwas wird. Notfalls gibt es halt eine neue Lage Wandfarbe darüber und alles verschwindet unter einem schönen, deckenden Altweiss.

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Unterwegs im Kölner Dom. Luke Skywalker hat nach der Messe sein Laserschwert vergessen.

Update: Wie ich gerade von einem Star Wars Experten erfahre, ist dies das Schwert von Darth Vader. Luke sass zwei Reihen weiter hinten.

Was sonst noch geschah: Vor der Eröffnung in Bochum Gerthe hatte ich noch eine Stunde Zeit, mich ein bisschen in der Stadt umzusehen. Mir sind da ein paar Dinge aufgefallen. Zum Beispiel, dass die Gerthianer anscheinend einen Fevel für kleine Nippes Figuren haben, wie ich sie manchmal auf Trödelmärkten suche. Einen goldenen, meditierenden Frosch in Buddha-Haltung gab es ausserdem noch zu bestaunen, quasi als buddhistische Variante des christlichen gekreuzigten Frosches von Martin Kippenberger. (Leider habe ich es versäumt, zu fotografieren, kommt noch.)

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Genau, warum immer „Mandarin“ oder „hon-bin“, ich finds klasse.

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Stimmt es wirklich, dass die Bochumer das Rad erfunden haben? Überall werden diese Dinger als scheinbare Beweise aufgestellt.

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Typisches Bochum-Gerthe Schaufenster. Der Passant soll neugierig gemacht werden. Dann geht er in das Geschäft und kauft Nippes Figuren.

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NSA-PHONE1

Das neue NSA-Phone:

-kostenloses Telefon
-kostenlos in alle Netze weltweit
-kostenlos und unbegrenzt SMS, Datenflatrate
-kostenloses Backup all Deiner Daten in der N-Cloud
-kostenloser Mitschnitt Deiner Telefonate, gegen Jahresende erstellt das NSA-PHONE1 einen Highlightclip.
-kostenloser Echtzeit-Persönlichkeitstest: Plane ich unbewusst einen Terroranschlag?
-kostenlose Teilnahme an der NSA Tombola mit Deinem Highlightclip.
-kostenloses Bewegungsprofil: Erfahre deine durchschnittliche Entfernung zu Moscheen und Düngerfabriken.
-kostenlose Liveübertragung von Drohneneinsätzen.
-kostenlose detaillierte Statistikauswertung, zum Beispiel welcher Blutdruck, Herzschlag und Körpertemperatur bei welchen Gesprächspartnern und in welcher Entfernung von Moscheen und Düngerfabriken.
-Diebstahl zwecklos: In der Regel werden Diebe des NSA-PHONE1 noch in der gleichen Woche in die firmeneigenen Foltergefängnisse eingeliefert.
-funktioniert auch ohne Akku.
-funktioniert auch ohne Netz.
-funktioniert auch ausgeschaltet.
-funktioniert auch durchgesägt und in die Fritteuse geschmissen.

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Überraschung am Heiligen Abend im Garten meiner Schwester: Beleuchtete Säugetierschädel. Und da ganz hinten links, ist das nicht etwa…

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…ein Hirschgeweih, von unten so angeleuchtet, dass der Schatten einen Hasen der löffeligsten Art zeigt? Ironischerweise gab es Hasenfilets im Hauptgang, ein Abend, der neugierig auf Ostern macht.

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Ein paar nette Blindzeichnungen, die bei unserem wöchentlichen Zeichentreff entstanden sind. Wenn ich schon einen Engel veröffentliche (gezeichnet im Dom), dann kann ich ja direkt auch schöne und erholsame Weihnachtstage wünschen! Fresst nicht zuviel, und geht mal zwischendurch spazieren und macht ein paar Fotos mit der neuen Digitalkamera. Oder zeichnet irgendwas.

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Kommen jetzt doch noch zum Einsatz: Ideen und Skizzen die in Almería entstanden sind. Was hat das aber mit der Dürerhasenskulptur (unten) zu tun? Das erfahren Sie bald und live hier auf dieser Seite!

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Gestern in einer Grundschule in Köln: Malen wie Gerhard Richter. Ich fand das Bild super und erkundigte mich nach dem Künstler des Werkes und ob man es kaufen könne. Der Schüler (Luka, 3.Klasse) bedankte sich für das Interesse, meinte aber, ich solle mich in der Sache an seinen Galeristen wenden. Dann winkte er mir zum Abschied und rannte zurück in seine Klasse, er hatte seinen Turnbeutel vergessen.

 

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Die dieses Jahr ziemlich lange Sommerpause geht ihrem Ende zu.
Was sonst noch nicht geschah oder schier unglaublich erscheint: Letztens habe ich seit langem mal wieder den Versuch gestartet, mit Musik zu malen. Genauer gesagt mit Heavy metal ein 30×40 Bild auf Holz. Die Arbeit ging flott voran, Details wurden grosszügig dem Schwung gewinnenden Farbfluss geopfert und das Ergebnis hängt seitdem mit vielen Fragezeichen in meinem Atelier. Weist es die Richtung? Vielleicht in die falsche Richtung? Erneut war eine Pause angesagt, um die aktuellen Entwicklungen sacken zu lassen. Zwischenzeitlich gab es noch ein bis sechs Uhr morgens dauerndes Meeting in Duisburg-Ruhrort (Hafenfest) und dort wurde im Morgengrauen die Idee geboren, eine NSA-Website ins Leben zu rufen. In einem Brainstorming, bei dem alle Beteiligten an ihre Grenzen kamen, kristallisierten sich folgende unauffällige Domains als Favoriten heraus:

www.urananreicherung24.de
www.easy-urananreicherung.de
oder einfach:
www.easy-uran.org
Die NSA wird garantiert interessiert sein, denke ich mir. Ich hab auch noch ein paar zwielichte Kontakte aus alten Studentenjobzeiten. Die Jungs mit den Bärten hatten Emailadressen wie „2001_yippieh-palestina@yahoo.com“ und ähnliches. Vielleicht haben die Lust, was ins Gästebuch der Uran-site zu schreiben? Wenn sonst kaum einer auf meine Seite geht, dann vielleicht die NSA? (Ob die allerdings in meiner Statistik auftauchen ist wiederum eine ganz andere Frage…)
Dieser Tage wird also wieder verstärkt gemalt. Erste Ergebnisse demnächst wieder hier auf dem Blog.Stay tuned.!
(Zeichnung oben: Die Insel Sa Dragonera, auf die ich gerade beim Tippen gucken kann.)

Die erste Hasenkeule verdient hat sich Beate Höing mit dieser neuen Dürerhasen-Skulptur:

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Ton, 30 x 15 x 14 cm, 2013

Ich denke, ich werde demnächst dann auch noch das Bild malen.

Es endet so, wie es begann: Mit einem Ryanair-Flug der Extraklasse. Im Gepäck habe ich jetzt allerdings eine Menge neue Skizzen, die ich demnächst zu schier unglaublichen Geigle-Gemälden verarbeiten werde. Jetzt aber erstmal sensationelle fünf Minuten zum mitfliegen (und eindösen).

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Für viele Touristen ein wichtiges Symbol Spaniens: Der Osborne-Stier. 1988 sollten einem neuen Landstrassengesetz gemäß alle übers Land verteilten Werbe-Installationen entfernt werden. Urlauber, Künstler und andere Wahnsinnige protestierten, der Fall ging bis zum Obersten Spanischen Gerichtshof. Schliesslich schritt die UNESCO ein. Sie erklärte den Osborne-Stier zum Weltkulturerbe der Weinbrand-Werbetafeln. Seitdem kann man sich den Objekten nur noch bis hundert Meter nähern, da sonst die von der UNESCO installierten Selbstschuss-Anlagen aktiviert werden.

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Sieht aus wie ein üblicher Kreisverkehr. Aber dieser hier in Mojácar hat die erstaunliche GPS-Position 22-23-24h-f5. Die UNESCO hat ihn daher auf die Welterbe-Liste der Kreisverkehre mit erstaunlichen GPS-Koordinaten genommen.

Hier nun die angekündigten Konzeptzeichnungen für die Ryanair Brechtüten, die ich demnächst der Marketingabteilung der Firma in einer mehrstündigen Powerpoint-Präsentation vorstellen werde.

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(Bleistift auf original Ryanair-Papier)

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Eigentlich wollte ich ja mit „nie wieder Ryanair“ anfangen, das war schliesslich das Fazit letztes mal im Herbst, aber heute lief es perfekt. Da ich als letzter das Flugzeug bestieg, wurde mir ein Platz in der leeren ersten Reihe angeboten, direkt hinter dem Piloten, ich durfte sogar einige Instrumente betätigen.

Drei Stunden dauerte der Flug, genug Zeit, einige erste Programmpunkte festzulegen. In Granada soll es die weit und breit beste Pferde-Lasagne geben, das ist natürlich ganz klar einen Tagesausflug wert. (Hätte ich ein Pferd, ich würde es „La Sagne“ nennen.)

Und natürlich will ich viel zeichnen. Mein Blick fällt auf die Ryanair-Kotztüten, die so ganz ohne Firmenlogo oder irgendeinen lockeren Spruch auskommen. Muss das sein? Sofort mache ich mich an die Arbeit, ich werde die Ergebnisse der Ryanair-Marketing-Abteilung vorstellen.

Don´t be evil: Malen nach Google

Beim Anblick aktueller Malerei oder auf (Einladungs-)Karten, Postern etc, geht es mir oft so, dass „google in der Luft liegt“. Oft kommen mir die Motive (Tiere, Gegenstände etc) von eigenen google Suchen bekannt vor. Zum Beispiel hier, bei einer Einladungskarte zu einer Ausstellung in Berlin.

Bild aus der google Bildsuche:

Bildschirmfoto 2012-12-18 um 21.20.38

Einladungskarte einer Galerie in Berlin:

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Ich hab das gleiche google Bild (lange vorher) mal als Vorlage für die Zeichnung unten benutzt, allerdings hatte ich die Maus gegen eine Kerze ausgetauscht, als würde sich die Eule die Füße wärmen. (Naja, ein Glück ist aus der Idee kein Bild geworden.)

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Wenig Mühe hat sich dieser Maler, ein Schüler von Neo Rauch, mit dem Bild unten gemacht. „Garten“ heisst es, und der Titel soll wohl suggerieren, dass der Maler eine feine Beobachtung im Grünen gemacht hat:

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Tatsächlich aber hat der Maler schlicht einen der ersten Treffer für „Eichhörnchen“ für sein Bild verwendet. (Google-Suchbegriff „Eichhörnchen*„)

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Besonders „Tiermaler“ sollten also aufpassen. Bedient haben sich oft alle Beteiligten bei der Google Bildsuche. Wenn man erstmal darauf achtet, fällt einem immer mehr auf.

Auch bekannte Maler wie Dirk Skreber fisch(t)en immer wieder „Malvorlagen“  aus dem Netz  (und machen auch keinen Hehl daraus). Googelt man entsprechende Begriffe rund um „Flut“und „Flood“,  begegnen einem diese Fotos regelmäßig:

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(Googlesuche „Jahrhundertflut*“)

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Bild von Dirk Skreber.

Google bietet vielleicht einen unerschöpflichen Vorrat an Motiven, aber zu jedem erdenklichen Suchbegriff gibt Google eine mehr oder weniger feststehende Sammlung von Treffern an, auf die zum Beispiel Maler oder Designer weltweit (!) den gleichen Zugriff haben. Verwendet werden meist der Einfachheit halber Treffer der ersten zwei Seiten. Das Resultat sind Doppel- und Dreifachschöpfungen am laufenden Band.

Da in der Regel in meinem Atelier keine kleinen Eichhörnchen auftauchen, um mir Modell zu stehen, habe ich die Tiere auch öfter mal aus der google Suche gezogen. Wer lang genug sucht, wird auch ein rollerfahrendes Eichhörnchen entdecken, das ich in ein Bild eingebaut habe:

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(Google: „Squirrel+taxidermy“)

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„Hamster, in ernste Landschaft einfahrend“

Hier noch ein paar Beispiele für typische „Google-Bilder“:

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Witzig ist auch, wenn das fertige Gemälde in etwa den gleichen Titel wie das Vorlage-.jpg bei Google bekommt. Dann finden sich Vorlage und abgemaltes Googlebild direkt nebeneiander in der Google-Suche. (Wie ist der künstlerische Wert einer solchen Vorgehensweise einzuordnen?)

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Oder bei den beiden aufeinanderfolgenden „Jahrhundertfluten“ 2001 und 2002 in Osteutschland, als das Internet mit schrecklich-schönen Katastrophenbildern regelrecht geflutet wurde, habe ich zugegriffen. (Dirk Skreber war zu dieser Akademiezeit das bewunderte und zugegebenermaßen gelegentlich allzusehr nachgeeiferte Vorbild.)

Flooding Across The Country Reaches A Critical Level

(Google-Suche „flood+caravan“)

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„Schöner Wohnen“, 2002

Fazit:

Die „Google-Doppler“ haben meist sicher eher Unfallcharakter, aber bei Gruppenausstellungen, Kunstmessen etc sorgen sie bestimmt gelegentlich für Irritationen und Überraschungen. Bei vielen Künstlern, die sich über längere Zeiträume malerisch an einem „Thema“ abarbeiten, seien es Ruinen, Sofas oder Krankenschwestern, ist die Versuchung groß, auch Google anzuzapfen und dabei mit Materialien zu arbeiten, die schon andere verwendeten. Einzelne Fundstücke (zB Abbildungen von Tier-Präparaten) in größere Bildzusammenhänge einzubauen, dürfte kein Problem sein. Schwierig wird es, wenn ganze Abbildungen als „Malvorlage“ verwendet werden. Da tauchen dann plötzlich identische Bilder auf, und einem der Künstler wird möglicherweise das Plagiat der anderen Arbeit vorgeworfen, wenn nicht gar das Abmalen aus dem Katalog des Künstlerkollegen! Futter für eine Szene, die oft mehr an Geschichten als an Tatsachen interessiert ist. Viele nicht internetaffine Leute werden diesen Google-Aspekt nicht auf dem Schirm haben und sich trotzdem wundern, dass alles immer gleicher aussieht. Die digitalen Bilderdienste sind sicher nur ein kleiner Einzelaspekt, heute, wo spielerisch, unbekümmert und bewusst Stile kopiert, imitiert, neu gemixt werden und Motive ironisch zitiert und mit eigenen Elementen angereichert werden. Aber der Google-Aspekt verdient ebenfalls Beachtung und sollte in manche Bildbetrachtung verstärkt mit einfließen. Mir geht es mit diesem Post nicht darum, mit dem Finger auf andere Künstler zu zeigen, ich habe ja im Gegenteil auch eigene Beispiele gezeigt. Die geschilderten Komplikationen haben allerdings bei mir den Ehrgeiz geweckt, nach Möglichkeit nur noch mit Zeichnungen (entstanden durch direkte Beobachtung) zu arbeiten.

 

NUR ALS ZITAT Screenshot / Bush lernt Malen
George W.Bush ist unter die Maler gegangen! Für diesen Schritt verdient er uneingeschränkte Solidarität, zumal man bei dieser Tätigkeit wenig Schaden bei sich oder anderen anrichten kann. Aber Vorsicht mit dem Balsamterpentin: Giftgas-Attacke! Weapons of Mass Destruction IN YOUR OWN STUDIO!

Es ist März: Die ersten Steinadler kehren aus ihren Winterquartieren zurück.

steinadler

Update 12.03.2013:
Es ist Mitte März: Die ersten Steinadler fliegen geschockt zu ihren Winterquartieren zurück.

steinadler2

Bei der kommenden Nacht der Museen und Galerien in Münster (03.09.2011) wird die Ateliergemeinschaft Schulstraße wieder ihren Kunstlastwagen ganz zentral am Prinzipalmarkt parken und einige ihrer Künstler vorstellen. Ebenfalls auf jeden Fall einen Besuch wert: Die Ausstellung POWER&LIGHT mit Künstlern aus Gotland in der Ausstellungshalle Hawerkamp.

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Vor 24 Jahren hab ich diese kleine Kopie nach Correggio (28 x 21 cm) gemalt. Bin heute im Archiv über das Bild gestolpert und ich finde, es hat was mit den vielen kleinen Unbeholfenheiten.

in einem alten backup ordner fand ich
gestern diese kleine animation aus
studienzeiten.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=MExN7HrRJLU&hl=en&fs=1]

PAINTING EASY – PAINTING FREE!!
ist ein 2008 von Dirk Sandbaumhüter
und mir initiertes Kooperationsprojekt, bei dem
wir einige unfertige Arbeiten von mir und Kollegen
weiter bearbeitet haben.

Teilnehmende Künstler des Projektes waren:
Alexandra Medilanski / Köln
Udo Scheel / Berlin, Münster
Meinhard Schulte / Münster
Sebastian Herzau / Magdeburg
Michael Peltzer / Köln
Thomas Prautsch / Münster

Kurzer Film zur PE-PF Eröffnung in der
Ausstellungshalle Hawerkamp in Münster.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=KaqG_m646kk&hl=en&fs=1]

Udo Scheels Beitrag zum PE-PF Projekt.
Eine schöne, witzige Arbeit, wie ich finde. ( Öl/Lwd, 75x90cm).

Heute ging es los mit der Vorbereitung der PE-PF Ausstellung.
Links zwei Arbeiten von Alexandra Medilanski, die wir zu einem Dyptichon
zusammenlegen. (Klick aufs Bild = Grossansicht)