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Ein paar Tage chillen auf Malle, leider wie inzwischen fast üblich mit Feuerquallen-Alarm. Dafür ist mein Ziel, in zehn Tagen ein kleines Skizzenbuch DIN A6 voll zu krickeln, in Reichweite.

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Viele Agaven auf der Insel, aber diesmal zeichne ich sie nicht direkt, sondern reiße sie
aus dem Boden und nehme sie mit! (Zumindest die ganz kleinen, die in eine Plastikflasche passen.)

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Unterwegs im Freibad, auf dem Höhepunkt der Hitzewelle. Schon um halb elf am Vormittag war es so warm, dass selbst das genaue Hinschauen zu anstrengend wurde. Auf der angenehm zugigen Dachterrasse des Atelierhauses kam es dann abends noch zu einer interessanten (nicht hitzigen) kleinen Diskussion über das Problem von Plan und Prozess in der Malerei. Erste Erkenntnis: Solche Gespräche müsste es öfter geben. Zweitens: Vielleicht sollte ich mal wieder eine Zeichnung wie oben als Ausgangspunkt für ein Bild nehmen. Es spricht nichts dagegen, ein Bild genau nach Plan zu realisieren. Aber gelegentlich ist es sicher auch interessant, möglichst früh bei der Entstehung eines neuen Bildes zu improvisieren. Eine Zeichnung wie oben kommt einem solchen Vorsatz sicher entgegen.

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Martina Lückener und ich haben ein gemeinsames Skizzenbuch angefangen. Etwa alle vierzehn Tage gibt es eine Übergabe und der Nächste kann weiterzeichnen, überzeichnen, anmalen, kommentieren, was auch immer. Ab jetzt also desöfteren hier Ergebnisse und Zwischenzustände aus diesem Kooperationsbuch. (Für das Projekt gibt es auch eine neue Kategorie für das Archiv: kooperatives Skizzenbuch)

(Klick auf Bild = Großansicht)

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Ein paar nette Blindzeichnungen, die bei unserem wöchentlichen Zeichentreff entstanden sind. Wenn ich schon einen Engel veröffentliche (gezeichnet im Dom), dann kann ich ja direkt auch schöne und erholsame Weihnachtstage wünschen! Fresst nicht zuviel, und geht mal zwischendurch spazieren und macht ein paar Fotos mit der neuen Digitalkamera. Oder zeichnet irgendwas.

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Kleiner Sonntagsauflug ins Atelier von Anne Kückelhaus. Interessante Tonskulpturen, auch zum Zeichnen. Vielleicht taucht der Hund ja demnächst auf irgendeinem Bild von mir auf? Dieses halbparasitäre Vorgehen hat auf jeden Fall etwas.

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Kommen jetzt doch noch zum Einsatz: Ideen und Skizzen die in Almería entstanden sind. Was hat das aber mit der Dürerhasenskulptur (unten) zu tun? Das erfahren Sie bald und live hier auf dieser Seite!

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Zeichnung nach einer Skulptur von Ruppe Koselleck. Kollege Koselleck verarbeitete in dieser Arbeit ein Objekt von Ottmar Hoerl. Dessen Hasenskulptur aus BP-grünem Kunststoff ist wiederum eindeutig durch die berühmte Hasenzeichnung Dürers inspiriert. Koselleck drehte die Hasenskulptur um 180 Grad, so dass sich das Tierchen mit den Ohren auf dem Sockel abstützt, und dann bekam es noch obendrein eine Ladung Bitumen, eines von Kosellecks zentralen Arbeitsmaterialien, über das Fell gebraten. Ich habe seit einigen Wochen die Ehre, das Objekt in meinem Atelier zu Gast zu haben und erst jetzt wagte ich den wichtigen und unausweichlichen Schritt: Die Skulptur zu zeichnen. Wir haben also: Hasenzeichnung (Dürer)> Hasenskulptur nach Dürer (Ottmar Hoerl)> Transformation und Überführung des Objektes in komplett neue Zusammenhänge (Koselleck) > und meine Wenigkeit, der den aktuellen Stand des Objektes zeichnet und wieder zu dem Anfangsmedium zurückkehrt. Die Preisfrage aber ist jetzt: Welcher Maler hat Lust, die mehr oder weniger glückliche Verkettung der Hasen-Umstände weiter zu führen und ein Gemälde nach meinen Zeichnungen zu fertigen?? Es winken Ruhm und Hasenkeule, und wenn sich eine Gelegenheit ergibt, könnte mal alles zusammen ausgestellt werden.

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Spur des Iberischen Luchses, der in Andalusien auch „Lamento-Luchs“ genannt wird. Lange Zeit galt das Tier als ausgestorben. 2009 fand man jedoch eines Morgens seine Fußabdrücke im frischen Estrich des im Bau befindlichen Hotels Indalo in Mojácar. Die Spuren wurden gesichert und sind heute im Naturkundemuseum zu sehen (Abbildung). In den letzten Jahren kann man auch wieder vermehrt das nächtliche Klagelied des Lamento-Luchses vernehmen, das entfernt an die Geräusche betrunkener dänischer Pauschaltouristen erinnert, die nachts auf einer Terrasse eine Partie Skat spielen und dabei mit Bierdosen um sich werfen. Gesehen wurde das Tier allerdings seit vierzig Jahren nicht mehr. Wegen des einzigen Hinweises seiner Existenz im Estrich der Hotellobby wird der Lamento-Luchs daher neuerdings auch Indalo-Luchs genannt.

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Das Hotel Indalo (Postkarte), in dessen Lobby die Spuren des Lamento-Luchses gefunden wurden.

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Als ich heute durch den 300000qm großen Olivenhain spazierte, fand ich diese kleine Schildkröte. Es handelt sich um eine seltene Variation der Tortuga schockmuffelensis.

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Die Fundación Val Paraíso toppt alles. Mein Plan war, viel zu zeichnen, ok, aber nun ist da dieses 3300qm grosse Studio reserviert, und ich frage mich, ob nicht vielleicht mehr erwartet wird, als ein paar läppische Kritzelein in meinem mitgebrachten Heft. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die kulinarische Betreuung der Stipendiaten von gleich zwei Köchen, von denen einer gar ein 8-Sterne-Koch sein soll. Gestern, zum Einstand, und vielleicht auch zum Trost wegen der miserablen Witterung, gab es eine Paella, die ich in dieser Qualität bisher noch nicht hatte. Das Dessertbuffet spielte ebenfalls in der Championsleague, ging man auf die tennisballgrossen Erdbeeren zu (leicht wässrig), brauchte man nur mit den Fingern zu schnippen und einer dieser Küchen-Profis begann sogleich, die Sahne zu schlagen. Dies alles vor der hochdramatischen Kulisse der Tabernas-Wüste, die so öde ist, dass Sergio Leone dort seine Italo-Western drehte. („Spiel mir das Lied vom Tod“ und andere Klassiker.)

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Hier nun die angekündigten Konzeptzeichnungen für die Ryanair Brechtüten, die ich demnächst der Marketingabteilung der Firma in einer mehrstündigen Powerpoint-Präsentation vorstellen werde.

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(Bleistift auf original Ryanair-Papier)


Ein „Scribble“ ist übrigens (ich kannte den Begriff bis vor ein paar Tagen nicht) laut Wikipedia „ein meist per Stift auf Papier angerissener oder angedeuteter Grobentwurf … Im Unterschied zur Skizze oder zum Entwurf steht ein Scribble am Anfang eines Projektes und ist ohne jeglichen Anspruch lediglich ein Mittel zur Ideenfindung.“ So sind auch die Zeichnungen dieser Kategorie zu verstehen. Eine Art Brainstorming auf Papier.