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So ungefähr sah es aus. Hatte weder Skizzenbuch noch Kamera dabei. Sobald einem nicht mehr die Finger abfallen vor Kälte beim Zeichen, fahr ich nochmal hin.

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Ein paar Tage chillen auf Malle, leider wie inzwischen fast üblich mit Feuerquallen-Alarm. Dafür ist mein Ziel, in zehn Tagen ein kleines Skizzenbuch DIN A6 voll zu krickeln, in Reichweite.

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Viele Agaven auf der Insel, aber diesmal zeichne ich sie nicht direkt, sondern reiße sie
aus dem Boden und nehme sie mit! (Zumindest die ganz kleinen, die in eine Plastikflasche passen.)

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Unterwegs im Freibad, auf dem Höhepunkt der Hitzewelle. Schon um halb elf am Vormittag war es so warm, dass selbst das genaue Hinschauen zu anstrengend wurde. Auf der angenehm zugigen Dachterrasse des Atelierhauses kam es dann abends noch zu einer interessanten (nicht hitzigen) kleinen Diskussion über das Problem von Plan und Prozess in der Malerei. Erste Erkenntnis: Solche Gespräche müsste es öfter geben. Zweitens: Vielleicht sollte ich mal wieder eine Zeichnung wie oben als Ausgangspunkt für ein Bild nehmen. Es spricht nichts dagegen, ein Bild genau nach Plan zu realisieren. Aber gelegentlich ist es sicher auch interessant, möglichst früh bei der Entstehung eines neuen Bildes zu improvisieren. Eine Zeichnung wie oben kommt einem solchen Vorsatz sicher entgegen.

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Unterwegs im Botanischen Garten. Heute die letztens angekündigte Welwitschie, die Pflanze, die angeblich 1000 Jahre alt wird. Das Exemplar in Münster wurde in den 50ern als Keimling eingesetzt.

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Unterwegs im Kakteenhaus. Hier gibt es auch eine sogenannte Welwitschie, eine Pflanze mit nur zwei Blättern die tausend Jahre alt werden kann. Zeichne ich nächstes mal. Hat Zeit.

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Unterwegs in den Rieselfeldern bei Münster. Das Interessante an dieser Brücke ist, dass sie nicht für Autos gemacht ist, sondern für die Schiffe, die den Dortmund-Ems-Kanal nutzen.

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Unterwegs in Köln am Rosenmontag. Ich habe mich als Zeichner verkleidet. Bevor ich die Strasse betrat wurde ich noch fachkundig instruiert, nicht „Helau“ zu rufen, denn das ist der Ruf der Düsseldorfer. Hätte zu Problemen führen können.

Kleiner Sonntagsauflug ins Atelier von Anne Kückelhaus. Interessante Tonskulpturen, auch zum Zeichnen. Vielleicht taucht der Hund ja demnächst auf irgendeinem Bild von mir auf? Dieses halbparasitäre Vorgehen hat auf jeden Fall etwas.

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Die dieses Jahr ziemlich lange Sommerpause geht ihrem Ende zu.
Was sonst noch nicht geschah oder schier unglaublich erscheint: Letztens habe ich seit langem mal wieder den Versuch gestartet, mit Musik zu malen. Genauer gesagt mit Heavy metal ein 30×40 Bild auf Holz. Die Arbeit ging flott voran, Details wurden grosszügig dem Schwung gewinnenden Farbfluss geopfert und das Ergebnis hängt seitdem mit vielen Fragezeichen in meinem Atelier. Weist es die Richtung? Vielleicht in die falsche Richtung? Erneut war eine Pause angesagt, um die aktuellen Entwicklungen sacken zu lassen. Zwischenzeitlich gab es noch ein bis sechs Uhr morgens dauerndes Meeting in Duisburg-Ruhrort (Hafenfest) und dort wurde im Morgengrauen die Idee geboren, eine NSA-Website ins Leben zu rufen. In einem Brainstorming, bei dem alle Beteiligten an ihre Grenzen kamen, kristallisierten sich folgende unauffällige Domains als Favoriten heraus:

www.urananreicherung24.de
www.easy-urananreicherung.de
oder einfach:
www.easy-uran.org
Die NSA wird garantiert interessiert sein, denke ich mir. Ich hab auch noch ein paar zwielichte Kontakte aus alten Studentenjobzeiten. Die Jungs mit den Bärten hatten Emailadressen wie „2001_yippieh-palestina@yahoo.com“ und ähnliches. Vielleicht haben die Lust, was ins Gästebuch der Uran-site zu schreiben? Wenn sonst kaum einer auf meine Seite geht, dann vielleicht die NSA? (Ob die allerdings in meiner Statistik auftauchen ist wiederum eine ganz andere Frage…)
Dieser Tage wird also wieder verstärkt gemalt. Erste Ergebnisse demnächst wieder hier auf dem Blog.Stay tuned.!
(Zeichnung oben: Die Insel Sa Dragonera, auf die ich gerade beim Tippen gucken kann.)

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Spur des Iberischen Luchses, der in Andalusien auch „Lamento-Luchs“ genannt wird. Lange Zeit galt das Tier als ausgestorben. 2009 fand man jedoch eines Morgens seine Fußabdrücke im frischen Estrich des im Bau befindlichen Hotels Indalo in Mojácar. Die Spuren wurden gesichert und sind heute im Naturkundemuseum zu sehen (Abbildung). In den letzten Jahren kann man auch wieder vermehrt das nächtliche Klagelied des Lamento-Luchses vernehmen, das entfernt an die Geräusche betrunkener dänischer Pauschaltouristen erinnert, die nachts auf einer Terrasse eine Partie Skat spielen und dabei mit Bierdosen um sich werfen. Gesehen wurde das Tier allerdings seit vierzig Jahren nicht mehr. Wegen des einzigen Hinweises seiner Existenz im Estrich der Hotellobby wird der Lamento-Luchs daher neuerdings auch Indalo-Luchs genannt.

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Das Hotel Indalo (Postkarte), in dessen Lobby die Spuren des Lamento-Luchses gefunden wurden.

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Junges Exemplar der Almerischen Klapperschlange.
In „Für eine Hand voll Dollar“ gibt es die Szene, in der Charles Bronson sein Pferd bürstet und dem Tier dabei einen Schwank aus seiner Jugend erzählt. Um der Szene mehr Ambivalenz zu verleihen, bestand Leone darauf, dass sich im Hintergrund einige Klapperschlangen tummelten. Während des Takes machten die Tiere sich allerdings auf und davon und vermehrten sich in den nächsten Jahren rasend. Seitdem gibt es Klapperschlangen in der Wüste von Taberna. Fünf Jahrzente haben gereicht, um eine neue Unterart der texanischen Form herauszubilden, die extrem giftig ist.

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Als ich heute durch den 300000qm großen Olivenhain spazierte, fand ich diese kleine Schildkröte. Es handelt sich um eine seltene Variation der Tortuga schockmuffelensis.

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Das fantastische an diesen Zypressen ist ja, dass man sie beim zeichnen überhaupt nicht anzuschauen braucht. Man setzt sich einfach mit dem Zeichenmaterial in die Richtung der zu malenden Pflanzen und strichelt einige nach oben spitz zulaufende Zigarren. Gleichzeitig kann man sich dem heroischen Gefühl hingeben, vor oder nach, oder doch wenigstens in der Natur zu zeichnen. Zypressen sind wie Parboiled Reis, sie gelingen (fast) immer und kleben nicht.
Aber so kann es natürlich nicht weiter gehen, ab morgen wird genau hingeschaut, wohin auch immer. Der Stein übrigens, mit dem ich die Buchseite wegen des Windes arretierte (7-10 Beaufort, Südost), entpuppte sich bei näherer Untersuchung als wertvoller Halbedelstein. Von dem Erlös des Kleinods werde ich eine neue Friteuse für unsere Ateliergemeinschaft in Münster erwerben.

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Die Fundación Val Paraíso toppt alles. Mein Plan war, viel zu zeichnen, ok, aber nun ist da dieses 3300qm grosse Studio reserviert, und ich frage mich, ob nicht vielleicht mehr erwartet wird, als ein paar läppische Kritzelein in meinem mitgebrachten Heft. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die kulinarische Betreuung der Stipendiaten von gleich zwei Köchen, von denen einer gar ein 8-Sterne-Koch sein soll. Gestern, zum Einstand, und vielleicht auch zum Trost wegen der miserablen Witterung, gab es eine Paella, die ich in dieser Qualität bisher noch nicht hatte. Das Dessertbuffet spielte ebenfalls in der Championsleague, ging man auf die tennisballgrossen Erdbeeren zu (leicht wässrig), brauchte man nur mit den Fingern zu schnippen und einer dieser Küchen-Profis begann sogleich, die Sahne zu schlagen. Dies alles vor der hochdramatischen Kulisse der Tabernas-Wüste, die so öde ist, dass Sergio Leone dort seine Italo-Western drehte. („Spiel mir das Lied vom Tod“ und andere Klassiker.)

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Eigentlich wollte ich ja mit „nie wieder Ryanair“ anfangen, das war schliesslich das Fazit letztes mal im Herbst, aber heute lief es perfekt. Da ich als letzter das Flugzeug bestieg, wurde mir ein Platz in der leeren ersten Reihe angeboten, direkt hinter dem Piloten, ich durfte sogar einige Instrumente betätigen.

Drei Stunden dauerte der Flug, genug Zeit, einige erste Programmpunkte festzulegen. In Granada soll es die weit und breit beste Pferde-Lasagne geben, das ist natürlich ganz klar einen Tagesausflug wert. (Hätte ich ein Pferd, ich würde es „La Sagne“ nennen.)

Und natürlich will ich viel zeichnen. Mein Blick fällt auf die Ryanair-Kotztüten, die so ganz ohne Firmenlogo oder irgendeinen lockeren Spruch auskommen. Muss das sein? Sofort mache ich mich an die Arbeit, ich werde die Ergebnisse der Ryanair-Marketing-Abteilung vorstellen.

So, eine letzte Reiseskizze, die Tage geht es hier weiter mit zünftigen westfälischen Karnickeln im Naturkundemuseum (der Vorteil dort ist, dass die Tiere einfach länger still halten als in freier Wildbahn.)

Eine beliebte Frage ist ja, wo man am 11.September gewesen ist und was man gerade machte als die Nachrichten von dem Terrorangriff auf das WTC kamen. Fast jeder kann sich noch an diesen Tag erinnern, der sich ins kollektive Gedächtnis einbrannte. Ob es sich mit dem Tag der Tötung Bin Ladins auch so verhalten wird? Zweifel sind angebracht. Ich für meinen Teil werde mich gut erinnern können, denn als ich heute morgen von der Liquidierung des Terrorchefs hörte, zeichnete ich gerade Flugzeuge am Köln/Bonner Flughafen. Ich war etwas zittrig, denn das Boarding hatte gerade angefangen, es musste extrem schnell gehen und überhaupt die Fliegerei zählt nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Als ich von Bins Ende hörte und das aufsteigende Flugzeug sah, dachte ich nur, das passt ja. Inzwischen bin ich auch lebend auf der Putzfraueninsel angekommen und habe mein Gastatelier am CCA Andratx Mallorca bezogen.
(Wie immer: Klick auf Bild = Grossansicht)

drei weitere zeichnungen aus meinem mobilen kritzelbuch,
unterwegs in artá, malle. (klick auf bild = grossansicht)

trotz amputiertem raucherbein konnte diese typische
mallorquinische dogge das kettenrauchen nicht lassen.

Und los geht’s..

mit ein paar Zeichnungen aus meinem kleinen Skizzenbuch,
entstanden während der Ostertage bei einem Spaziergang in Orsoy.

Zwischen die Bilder kann man auch Text setzen, sehe ich gerade, toll.

So ein Kühlturm in der Nachbarschaft ist schon eine schöne
Sache.